Im Rahmen der Ausstellung Musée Sentimental im Ausstellungshaus Spoerri wurde am Hauptplatz von Hadersdorf ein besonderes Stück Ortsgeschichte neu belebt: der ehemalige Würstelstand „Horky’s Klasse Hasse“.
In den frühen 1970er-Jahren vom Seniorchef der Färberstube errichtet und ursprünglich in Krems in Betrieb, steht der Stand für den wirtschaftlichen Beginn des Hauses und ist bis heute eng mit lokalen Erinnerungen verbunden.
Für das Projekt wurde der Würstelstand in einen offenen, öffentlich zugänglichen Erinnerungsraum verwandelt.
Er fungierte als Ausstellungsstück, Sammelstelle und Treffpunkt zugleich: Im Inneren wurden Objekte, Geschichten und persönliche Erinnerungen aus Hadersdorf präsentiert – vom ehemaligen Stummkino über das Theater bis hin zu legendären Treffpunkten wie der „Lunabar“. Alltägliche Dinge erhalten hier eine neue Bedeutung als Träger individueller und kollektiver Geschichte.
Gleichzeitig ludt der Stand die Bevölkerung dazu ein, sich aktiv zu beteiligen: Erinnerungsstücke konnten eingebracht, Geschichten geteilt und Teil eines wachsenden Archivs werden. Begleitet von Gesprächen und Begegnungen entstand so ein lebendiger Ort des Austauschs.
Der Würstelstand war rund um die Uhr frei zugänglich und bewusst niederschwellig gestaltet. Ergänzt durch punktuelle kulinarische Angebote knüpfte er an seine ursprüngliche Funktion an und wurde zu einem Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Alltag und Erinnerung auf besondere Weise verbunden.